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Hochwasserschutz

Der Hochwasserschutz hat im gesamten Hamburger Hafengebiet große Bedeutung: 2012 wurde mit Ausstellungen und Büchern des fünfzigsten Jahrestages der verheerenden Sturmflut von 1962 gedacht und fast jeder kennt die Bilder der Verwüstung, die die Wassermassen anrichteten. Deshalb hat der Schutz von Menschen und Gütern oberste Priorität für die von der Abteilung HB - Planung und Baumanagement der HHLA bearbeiteten Hochwasserschutzprojekte im Hamburger Hafengebiet wie z. B. auf dem Terminal O`Swaldkai, Kleiner Grasbrook, 20457 Hamburg. Auch die Überprüfung und gegebenenfalls Ertüchtigung vorhandener Hochwasserschutz-Anlagen z.B. am Übersee-Zentrum, Schumacherwerder, 20457 Hamburg gehören zum Aufgabenbereich der HHLA-Abteilung HB, da laufend Anpassungen an höhere Wasserstände erforderlich sind (die Hochwasserschutzprojekte an den Containerterminals am Burchardkai, Tollerort sowie Altenwerder werden durch die HHLA-Abteilung CT - Container Technik betreut).

 

Zum Verständnis der Thematik sind einige Begriffserklärungen sicher hilfreich. Der Begriff „Polder“ stammt aus dem niederdeutschen und beschreibt eine durch einen umgebenden Deich vor Überflutungen gesicherte Landfläche. Im Hamburger Hafengebiet sind die zu schützenden Polder fortlaufend durchnummeriert, der Polder 23 ist z.B. das Terminalgelände des O´Swaldkai. Unter einer „Warft“ versteht man die Aufschüttung einer Landfläche z.B. für den sturmflutsicheren Bau von Häusern. „Klei“ ist ein sehr bindiger, fast klebriger, aus Sanden und Tonen bestehender Boden, der eine große „Ausspülfestigkeit“ besitzt und deshalb im Deichbau vorrangig zum Einsatz kommt.

 

Nach den beiden schweren Sturmfluten von 1962 und 1976 setzte sich die Erkenntnis durch, dass zum Schutz von Menschenleben und Sachwerten sowie zur Vermeidung von extremen Umweltschäden die Polder deutlich besser gesichert werden müssten. Im industriell genutzten Hafengebiet und am Kai ist der Bau von Deichen ausgeschlossen, weshalb hier überwiegend Stahlspundwände errichtet wurden. Auf dem Terminal O`Swaldkai werden derzeit zur Anpassung an das heutige Hochwasserschutzniveau die vorhandenen Spundwände in drei Abschnitten auf der Nord-West und der Süd-West-Seite des Geländes erhöht bzw. ertüchtigt.

 

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In 2014 werden in einem weiteren Abschnitt die zurzeit noch vorhandenen Defizite durch den Einbau von Stahlspundwänden sowie durch mobile Wandelemente beseitigt. Ein wesentlicher Punkt bei der Ertüchtigung der Hochwasserschutzwände ist die druckwasserdichte Konstruktion von Kabel- und Rohrdurchlässen. Hierfür erarbeitet die Hamburg Port Authority (HPA) auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrung die Vorschriften für den wirtschaftlich und technisch optimierten Hochwasserschutz. Durch fristgerechte Beantragung und die Einhaltung dieser Bauvorschriften kommt die HHLA in den Genuss des „Förderprogramms Privater Hochwasserschutz“ der HPA. Bei Einhaltung aller Förderbedingungen beträgt die derzeitige Förderquote 40%, die Investitionen betragen insgesamt etwa 4 Millionen Euro.

 

In der Genehmigungsphase befindet sich derzeit eine Hochwasserschutzmaßnahme im Süden des Terminals O'Swaldkai. Dort wird von der HPA in einem ersten Schritt die Förderfähigkeit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichsten Baulösung und im Anschluss daran die statisch-konstruktive Ausführungsplanung geprüft. Die Hochwasserschutzwand soll aus einer etwa 160 Meter langen Stahlbetonwinkelstützwand mit einer wasserseitigen Klei-Andeckung bestehen. Stahlspundwände können in diesem Bereich nicht eingesetzt werden, weil die daraus resultierenden Baugrundstörungen das direkt daneben befindliche Gleisbett zu stark beeinträchtigen würde. Die Ausführungsphase ist für das 2. und 3. Quartal 2013 geplant, die Investition einschließlich der vorschriftsmäßigen Abdichtung der Sielleitungs- und Kabelquerungen beläuft sich nach heutigem Stand auf ca. eine halbe Million Euro.

 

 

Das dritte derzeit laufende Hochwasserschutzprojekt betrifft den Polder 25 an den 50-er Schuppen, Australiastraße, 20457 Hamburg mit seiner gemischten Nutzung. Hier befinden sich unter anderem verschiedene Spediteure, der Zoll, das Hafenmuseum und die Eventfläche der Firma Gerresheim. Die Abteilung HHLA-HB arbeitet in diesem Fall als Projektsteuerer für den Bauherren, die Stiftung Hamburg Maritim, die im Kopfgebäude des Schuppens 52 A in der Australiastraße ihren Stiftungssitz hat.

 

Im Vorfeld der eigentlichen Hochwasserschutzmaßnahme wird in diesem Projekt durch die HPA die Kaimauer saniert. Da es sich teilweise um denkmalgeschützte Hafenanlagen handelt, wird die neue Kaimauer vor die alte Kaje gesetzt und die HWS-Wand als partiell mobile Lösung konstruiert. Die Kaimauersanierung wird nach derzeitigem Stand im 3. Quartal 2013 abgeschlossen sein. Dies ist die Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten an der HWS-Wand, da deren Standsicherheit im direkten Zusammenhang mit der Standsicherheit der neuen Kaimauer steht. Dieses Projekt hat eine geplante Bauzeit von 12 Monaten und besitzt eine weitere technische Schnittstelle zu einem parallel laufenden Entwässerungsprojekt. Das Investitionsvolumen beträgt nach heutigem Planungsstand etwa 4 Millionen Euro netto.

 

Selbstverständlich werden die Polder auch nach den Umbaumaßnahmen regelmäßig begutachtet. Der Hochwasserschutz-beauftragte der HHLA fordert in diesem Zusammenhang den Unterhaltungsplan ein und überprüft die Durchführung der Maßnahmen. Weiterhin gehört zu seinen Aufgaben die Durchführung der Polderschauen, bei denen rechtzeitig auf mögliche Risiken und Gefahren hingewiesen wird.

 

 

Informationen zum Hochwasserschutz in der Speicherstadt und im Gebiet an der Großen Elbstraße erhalten Sie hier.